Umfrage-Ergebnisse & Musikschulplan-Stellungnahmen
Liebe Kolleg*innen,
anbei die Ergebnisse der Umfrage Nr. 2 zu den Auswirkungen der Gesetzesänderungen 2 Jahre später.
https://infonetzwerk.oberwalder.info/wp-content/uploads/2026/06/Umfrage-SS2026-Ergebnisse.pdf
(Wenn sich die Auswirkungen der Indikatoren abzeichnen, sind weitere Umfragen geplant…)
Zusammengefasst machen sich inzwischen erwartungsgemäß bereits mehr Veränderungen durch die neuen Gesetze bemerkbar. Dennoch haben sich die Werte seit der 1. Umfrage (2024) kaum grundlegend verändert. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer*innen sieht der Zukunft des Musikschulwesens damals wie heute pessimistisch entgegen. Obwohl das Neue Dienstrecht bereits vor eineinhalb Jahren in Kraft getreten ist, und das neue Förderrecht bereits ab dem kommenden Schuljahr wirksam wird, fühlen sich die Teilnehmer*innen immer noch schlecht informiert – wobei ihnen die förderrechtlichen Änderungen (Novellen Musikschulgesetz und Musikschulplan) deutlich mehr Sorgen bereiten.
Auch die Kommentare zeugen mehrheitlich von negativer Stimmung: Viele Teilnehmer*innen beklagen mangelnde Planbarkeit, Unsicherheit, Willkür, … Aus den Zitaten:
…ich sehe mit großem Schrecken, wie hier ein bestehendes und bewährtes System runtergewirtschaftet und zerstört wird.
So viel jahrzehntelange Aufbauarbeit und Wertschöpfung wurde schon und wird gerade zunichte gemacht.
Ich finde es anmaßend und unverschämt uns diese Sparmaßnahmen als Qualitätssicherung/-verbesserung verkaufen zu wollen!
Worin sehen Sie die größten Herausforderungen in ihrem Beruf? –
Trotz aller Hindernisse, die sich in den Weg stellen, und trotz der Unsicherheit, die uns permanent begleitet (Stundenausmaß etc.) positiv motiviert einen qualitätsvollen Unterricht anbieten zu können.
Ergebnisse im Detail siehe folgender Link:
UMFRAGE Nr. 2 Auswirkungen der Gesetzesänderungen 2 Jahre später (06.02.2026 – 06.04.2026)
https://infonetzwerk.oberwalder.info/wp-content/uploads/2026/06/Umfrage-SS2026-Ergebnisse.pdf
UMFRAGE Nr. 1 Auswirkungen der Gesetzesänderungen (20.03.2024 – 04.05.2024)
https://infonetzwerk.oberwalder.info/wp-content/uploads/2024/05/Umfrage-SS2024-Ergebnisse.pdf
Hier die Links zu den angesprochenen Gesetzesänderungen bzw. neuen Gesetzen:
- NÖ Gemeinde-Bedienstetengesetz 2025
- NÖ Musikschulgesetz 2000 – Fassung vom 01.01.2027
- Bürgerbegutachtung bis 2026-06-10: NÖ Musikschulplan (Änderung)
Vielen Dank für die zahlreiche Teilnahme an der Umfrage!
Bitte jetzt um eure Stellungnahmen zur geplanten Musikschulplan-Novelle!
(Bis zum 10. Juni 2026 ist noch Zeit!)
Wie bereits berichtet (INFO 647), ist inzwischen eine weitere einschneidende Änderung im Gange: Im NÖ Musikschulplan wurden unter anderem die neuen variablen Förderkriterien (Indikatoren) definiert. Außerdem enthält er die geplante neue Anzahl der Musikschulen (statt bisher 113 nur mehr 74), sowie deren vom Land geförderte Wochenstunden.
Bitte lasst eure bereits gemachten Erfahrungen mit den Verbandszusammenlegungen und deren Auswirkungen in eure Stellungahmen einfließen!
Werden etwa unterschiedliche Tarife bei Zusammenlegungen nach unten oder nach oben angeglichen?
Der Umfrage zufolge stellen Tariferhöhungen ein großes Problem dar, da dadurch sogar bereits Schüler*innen verloren gegangen sind und in weiterer Folge Stunden gekürzt wurden.
Bitte nehmt Stellung zum darin enthaltenen neuen “Musikschul-Entwicklungskonzept”:
“Leitbild:
Die Musikschulen bzw. Musik- und Kunstschulen in Niederösterreich verstehen sich als qualitativ hochwertige Bildungs- und Kulturinstitutionen, die flächendeckend hochwertige musikalische Ausbildung ermöglichen, gesellschaftliche Teilhabe fördern und künstlerische Entwicklungen unterstützen.
Das Land NÖ gewährleistet eine nachhaltige, planbare und zukunftsorientierte Finanzierung des Musik- und Kunstschulwesens und schafft damit Rahmenbedingungen für ein attraktives Berufsbild der Lehrenden.”
Erlebt ihr unser Berufsbild angesichts dieser Rahmenbedingungen als attraktiv?
Sind Förderkriterien “nachhaltig und planbar” (bzw. für wen), in die jederzeit “steuernd eingegriffen werden kann” (und zwar “anhand der Ergebnisse der statistischen Datenerfassungen im Monitoring des NÖ Musik und Kunstschulwesens durch Änderung dieser Indikatoren von der zuständigen Abteilung des Amtes der NÖ Landesregierung”)?
Bitte schickt eure Stellungnahmen an die Bürgerbegutachtungsstelle:
post.begutachtung@noel.gv.at
“Ziele und Entwicklung:
Die bestehenden Standorte von Musikschulen sollen auch künftig unter Einhaltung der vorhandenen hohen Qualitätsstandards erhalten bleiben und weiter ausgebaut werden. Ein umfassendes Fächerangebot soll gewährleistet und eine Weiterentwicklung der Musikschulen zu Musik- und Kunstschulen gefördert werden.
Musikschulen bzw. Musik- und Kunstschulen sollen weiterhin kulturelle Zentren in den Gemeinden sein und die Belebung regionaler Klangkörper sowie des gesellschaftlichen Lebens gewährleisten. Durch die Schaffung größerer Organisationseinheiten soll die Musikschulverwaltung optimiert und das Berufsbild für Musikschullehrende bzw. Musik- und Kunstschullehrende attraktiviert werden.”
Wird die Musikschulverwaltung durch größere Organisationseinheiten optimiert oder komplizierter, aufwendiger und kostspieliger?
Wird unser Berufsbild durch mehr Unterrichtsorte, mehr Auftrittsorte, mehr Fahrtwege und weitere Strecken attraktiviert?
Werden Fächerangebot und Standorte erhalten bleiben und ausgebaut werden, oder werden wenige, aber riesige Musikschulen langfristig eher schrumpfen?
Werden neue Kunstfächer zusätzlich eingeführt, oder auf Kosten musikalischer Fächer gefördert werden?
Hier nochmals die geplanten Indikatoren (neuen Förderkriterien) knapp zusammengefasst:
- a) Veranstaltungen: 15 % der geförderten Wochenstunden (1 %)
- b) Fächervielfalt:* mind. 1 Hauptfach der Sparte Kunst usw. (1,5 %)
- c) Talenteanteil:* 10 % der Hauptfach-Schüler*innen (1 %)
- d) Qualifizierungsanteil (ms1, ms2, mk3): 80 % der Wochenstunden (7,5 %)
- e) Stundeneffizienz:* Kopfquote 1,5 Schüler*innen/Wochenstunde (2,5 %)
- f) Kostenverteilung: Elternanteil mind. 27 % der Lehrpersonalkosten (1,5 %)
* …und Annahme der Prüfungsordnung (in 3 Indikatoren enthalten):
Was hat die Prüfungsordnung mit Fächervielfalt oder Stundeneffizienz zu tun?
Was hat die Prüfungsordnung mit dem Talenteanteil zu tun?
Übertrittsprüfungen sollen schließlich alle Schüler*innen machen!
Wie soll sich das bei max. 15 % Ergänzungsfächeranteil, max. 45 % 50minütigem Einzelunterricht und immer mehr Gruppenunterricht ausgehen?
“Das verstärkte Angebot von Gruppenunterricht bzw. Ergänzungsfächern fördert das gemeinsame Erarbeiten und Erlernen von Fertigkeiten und hat positive gemeinsame Erlebnisse der Schülerinnen und Schüler zur Folge, womit wichtige soziale und gesellschaftliche Aspekte gestärkt werden.”
Geht es dem Land NÖ bei der Forcierung von Gruppenunterricht um die positiven sozialen Erlebnisse der Schüler*innen?
Ihr habt keinen Überblick, ob eure Musikschule die Prozentsätze der Indikatoren erfüllt? –
Bitte fragt eure Musikschulleitungen oder Kolleg*innen aus den Sekretariaten!
Manche Zahlen kann man vielleicht auch bis zu einem gewissen Grad aus eigener Perspektive ‘hochrechnen’:
- Habt ihr selbst eine Kopfquote von 1,5 Schüler*innen bzw. einen Anteil von 10 % – 45 % an 50minütigem Einzelunterricht?
- Habt ihr in euren Instrumental-/Gesangs-Klassen einen 10 % Talenteanteil (Oberstufen-Schüler*innen und Teilnehmer*innen an Wettbewerben und Landesjugendorchestern)?
- Machen eure Veranstaltungen 15 % eurer Wochenstunden aus?
- Beträgt das Schulgeld eurer Musikschule 27 % eurer Personalkosten?
Wer sich immer noch nicht erklären kann, warum Kolleg*innen in der Umfrage Sparmaßnahmen befürchten, kann in den Erläuterungen nachlesen, dass zwar “weitere 513 Wochenstunden neu im Musikschulförderwesen zur Verfügung gestellt werden” (Erhöhung von 33.627 auf 34.140 Wochenstunden), gleichzeitig jedoch “durch die Änderung des NÖ Musikschulplans dem Land Niederösterreich keine zusätzlichen Kosten erwachsen”.
Wie kann das Land NÖ mehr als 500 Wochenstunden mehr fördern als im Vorjahr, ohne dass ihm zusätzliche Kosten entstehen?
Werden die Mehrkosten der Erhöhung der Wochenstunden durch den neuen fixen Förderanteil von 30 % der Personalkosten oder im Bereich der Strukturförderung wieder eingespart?
Oder sind die Indikatoren darauf ausgerichtet, dass die Musikschulen sie nicht alle erfüllen können?
NÖ Musikschulplan – Änderungen (2026/27):
Erläuterungen
Textgegenüberstellung
Bitte nehmt an der Bürgerbegutachtung teil:
https://www.noe.gv.at/noe/Kontakt-Landesverwaltung/NOe_Musikschulplan_Aenderung2.html
Alles Gute für den Schuljahres-Endspurt!
Mit freundlichen Grüßen
Euer Infonetzwerk-Team
—
Infonetzwerk NÖ Musikschullehrer/innen
www.noe-musikschulinfo.net
noe-mslehrer@gmx.at
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