INFO 619

(Rechnungshofbericht Nr. 4)
Musikschulfinanzierung, Monitoring, …

Liebe Kolleg*innen!

Wussten Sie, dass die so genannte “Drittellösung” (Elternbeiträge, Gemeinden, Landesmittel) zwar vereinbart war, aber nie für verbindlich erklärt und auch nicht erreicht wurde?

Abbildung 1: Finanzierung der Musikschulen in Millionen Euro (ANHANG)
https://infonetzwerk.oberwalder.info/wp-content/uploads/2025/07/LRH-Abbildung-1.png

Im Jahr 2023 finanzierten die Musikschulerhalter den Gesamtaufwand der NÖ Musikschulen zu rund 39,0 Prozent, die Musikschulförderung des Landes NÖ zu rund 35,1 Prozent und das Schulgeld beziehungsweise die Elternbeiträge zu rund 25,9 Prozent.
Demnach stieg der Finanzierungsanteil der Musikschulerhalter um 0,7 Prozentpunkte, während der Landesanteil um 1,2 Prozentpunkte sank und der Finanzierungsanteil des Schulgelds um 0,5 Prozentpunkte stieg.
(S.4)

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Wussten Sie, dass der finanzielle Gesamtaufwand für den Musikschulbetrieb im letzten Jahrzehnt um mehr als 27% auf rund 104,70 Millionen Euro im Jahr 2023 angestiegen ist?

Im Förderjahr 2012 bestanden 132 NÖ Musikschulen mit 56.615 Schülerinnen und Schülern, 2.299 Lehrkräften und 34.810 Wochenstunden. Diese Musikschulen wurden von 60 Gemeinden, 69 Gemeindeverbänden und drei von Gemeinden finanzierten Vereinen betrieben. Der Gesamtaufwand für den Betrieb betrug im Jahr 2012 rund 82,24 Millionen Euro.
Im Jahr 2023 bestanden 126 Musikschulen mit 60.314 Schülerinnen und Schülern, 2.148 Lehrkräften und 35.400 Wochenstunden. Diese Musikschulen wurden von 51 Gemeinden, 73 Gemeindeverbänden und zwei von Gemeinden finanzierten Vereinen betrieben. Der Gesamtaufwand für den Betrieb betrug im Jahr 2023 rund 104,70 Millionen Euro. Das entsprach einer Steigerung um 22,46 Millionen Euro oder 27,3 Prozent.
(S.2)

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Wussten Sie, dass es beim neuen Dienst- und Förderrecht unter anderem darum gehen sollte, diese Steigerung einzudämmen?

Sowohl das Land NÖ als auch die Gemeinden strebten eine nachhaltige, mittel- und langfristig planbare Finanzierungsstruktur im Musikschulwesen an, die geringere Steigerungsraten als bisher vorsah. (S.12)

W a s  m e i n e n  S i e :
Wird die Finanzierung der NÖ Musikschulen mittel- bis langfristig besser planbar werden –
und wenn ja, vor allem für wen und um welchen Preis?

– Erfahrungsanstieg nur mehr alle 6 Jahre statt Vorrückung alle 2 Jahre
– Kann-Bestimmungen bei der Anrechnung von Berufserfahrung statt Stichtagsberechnung
– kein Fahrtkostenzuschuss mehr im Neuen Dienstrecht
– weniger Leiter, dafür Funktionsdienstposten (Stellvertreter, Standortleiter, Fachgruppenleiter) und Sekretariate
– (ab 3 Schülern gestaffelte) höhere Wertigkeiten für Gruppenunterricht
– Förderung von fixen 30 % und nach veränderbaren Indikatoren statt in erster Linie nach Lehrerqualifikation
– Angleichung der Schulgeld-Tarife im Zuge der Verbands-Zusammenlegungen …

Welche Vorgaben / Maßnahmen werden sich noch auswirken und wie?
D i s k u t i e r e n  S i e  m i t  im Musikschullehrer/innen Forum:
https://414971.forumromanum.com/member/forum/forum.php?action=std_tindex&USER=user_414971&threadid=2

… z.B. beim Diskussions-Beitrag “Anfang vom Ende?” zum Musikschul-Austritt –
siehe auch INFO 610 (Musikschul-Austritt & Förderung über 65):
https://infonetzwerk.oberwalder.info/2025/06/info-610/

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Wussten Sie, dass es eine “Taskforce Musikschulentwicklung” gab / gibt?
(W i s s e n  S i e  / weiß jemand von Ihnen, wer in diesen Arbeitsgruppen mitgearbeitet hat / mitarbeitet?)

Im Herbst 2021 beauftragte die Landeshauptfrau eine Arbeitsgruppe, mit den Trägern der Musikschulen (Gemeinden und Gemeindeverbände) das seit zwanzig Jahren bestehende System der Finanzierung und der Förderung der Musikschulen zu evaluieren und zu überarbeiten. (S.12)

sich verschiedene Arbeitsgruppen (Verwaltungsprogramm, Indikatoren und Strukturförderung) der im Herbst 2023 gegründeten „Taskforce Musikschulentwicklung“ auch mit der Entwicklung von messbaren Indikatoren befassten.
Die Abteilung Kunst und Kultur K1 sicherte zu, dass mit 1. Jänner 2027 (Inkrafttreten der Novelle des NÖ Musikschulgesetzes 2000) das geplante Musikschulentwicklungskonzept NEU und das Förderungsmodell NEU vorliegen und objektive Messkriterien enthalten werden.
(S.15)

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Wussten Sie, dass das Musikschul-Monitoring, sowie Bestrebungen nach “messbaren Zielvorgaben” und “Indikatoren” auf Empfehlungen des Landesrechnungshofs zurückgehen?

Dazu hatte der Landesrechnungshof in Ergebnis 19 des Vorberichts empfohlen:
“Die Abteilung Kunst und Kultur K1 sollte die Musikschulstatistik weiterentwickeln und verstärkt zur Steuerung nutzen. Dazu sind messbare Zielvorgaben durch statistische Daten zu unterlegen und zu verfolgen.”
(S.16)

Stellungnahme der NÖ Landesregierung:
Das bereits bestehende Musikschul-Monitoring wird mit Inkrafttreten der Novelle zum NÖ Musikschulgesetz 2000 ab dem Schuljahr 2026/2027 um Förder-Indikatoren ergänzt werden, die eine Verfeinerung des bisherigen Monitorings darstellen.
(S.17)

Musikschul-Monitoring
(bereits 4 Downloads der Schuljahre 2020/21 – 2023/24 unter):
https://www.mkmnoe.at/service-fuer-schulen/allgemeine-informationen/musikschulmonitoring

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Wussten Sie, dass die stichprobenartigen Prüfungen durchs MKM auf dem Geschäftsbesorgungsvertrag der Kultur.Region.Niederösterreich GmbH mit der für die Musikschulförderung zuständigen Abteilung des Landes beruhen?

Die KULTUR.REGION.NIEDERÖSTERREICH GmbH war laut Geschäftsbesorgungsvertrag verpflichtet gewesen, jährlich mit einer repräsentativen Stichprobe die widmungsgemäße Verwendung der gewährten Förderungen zu überprüfen. Diese Überprüfungen hatte die Musikschulmanagement Niederösterreich GmbH durchgeführt. (S.26)

In den Schuljahren 2019/2020 bis 2022/2023 wurden zwischen zwölf und 24 Stichproben überprüft, welche sich nach Zeitintervallen aus sogenannten “Fixstartern” und aus zufällig gezogenen Stichproben zusammensetzten.
Im Prüfungsjahr 2021/2022 wurden von sieben Musikschulterhaltern insgesamt 61.486,62 Euro zurückgefordert beziehungsweise von der nächsten Musikschulförderungsrate abgezogen, zum Beispiel wegen unkorrekter Einstufung einer Lehrkraft.
(S.27)

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Eine INFO mit einer Aufbereitung der restlichen Themen des Landesrechnungshofberichts folgt noch…

Landesrechnungshof NÖ Bericht 4 | 2025
Geschäftsbesorgung zur Förderung der NÖ Musikschulen, Nachkontrolle
https://www.lrh-noe.at/images/pdf/2025/4-2025_-_geschaeftsbesorgung_zur_foerderung_der_noe_musikschulen_Nachkontrolle.pdf

INFO 257
Wussten Sie, dass…?
(über Talenteklassen, Musikschulplan, Punktewerkt usw.)

https://netzwerk.oberwalder.info/content/index.php?page=30203&f=1&i=7949&s=30203

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vorige INFO 618 (Rechnungshofbericht Nr.3)
Musikschulbeirat, Musikschulplan & Leitung Waidhofen
https://infonetzwerk.oberwalder.info/wp-content/uploads/2025/08/INFO-618-Rechnungshofbericht-3.pdf

INFO 617 (Rechnungshofbericht Nr.2)
Strukturförderung: Leiterhearings, Sonderverträge, …
https://infonetzwerk.oberwalder.info/wp-content/uploads/2025/07/INFO-617-Rechnungshofbericht-2.pdf

INFO 616 (Rechnungshofbericht Nr.1)
Leistungsentgelte & Personalkosten MKM
https://infonetzwerk.oberwalder.info/wp-content/uploads/2025/07/INFO-616-Rechnungshofbericht-1.pdf

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Falls Sie Informationen über die “Taskforce Musikschulentwicklung” oder andere Arbeitsgruppen haben (entweder zu den Mitgliedern oder auch zu den Inhalten wie Indikatoren, Strukturförderung, Verwaltungsprogramm, …), schicken Sie sie uns bitte an die Infonetzwerk-Adresse: noe-mslehrer@gmx.at  – bei gesicherten Informationen auch gerne zum Weiterleiten an unseren Mail-Verteiler (bei Bedarf auch anonymisiert)!

Schöne Ferien weiterhin!
Mit freundlichen Grüßen
Euer Infonetzwerk-Team

Infonetzwerk NÖ Musikschullehrer/innen
www.noe-musikschulinfo.net
noe-mslehrer@gmx.at

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