INFO 659

ARTus Schulverwaltung, Förderabwicklung & neue Regionssprecher

Liebe Kolleg*innen,

hiermit leiten wir ein Schreiben des Leiters der Musikschule Herzogenburg weiter, der auf eine e-Mail der MKM NÖ GmbH Bezug nimmt, in der den Musikschulleitern und Administratoren eine “alternative Lösung” für die Übermittlung des Förderantrags für dieses Schuljahr vorgegeben wird, die zusätzliche Angaben, Kontrollen, “beliebig oft” wiederholbare Korrekturen, also etliche zusätzliche Arbeitsschritte und damit zusätzlichen Personal- und Verwaltungsaufwand vorsieht, unter anderem ein “Alternativportal”, in dem der Förderantrag geprüft und eingereicht werden soll, weil die Abwicklung über die neue Musikschulverwaltungssoftware ARTus offenbar nicht (wie geplant*) funktioniert.

* “Mit ARTus NÖ geht Niederösterreich den nächsten Schritt in der Musikschulentwicklung, hin zu modernen, effizienten und zukunftssicheren Arbeitsabläufen.” (https://www.mkmnoe.at/artus)


Betreff: ARTus NÖ – Schulverwaltung, Förderabwicklung und zusätzlicher Verwaltungsaufwand

Ich nehme die E-Mail des MKM vom 1. Oktober 2026 als Beispiel für eine zunehmend nicht funktionierende Schulverwaltung. Das MKM hält darin selbst fest, dass die Umsetzungen der Firma bit media education solutions GmbH „in keiner Weise den Erwartungen und vertraglichen Verpflichtungen entsprechen“.

Für mich ist damit eine Grenze erreicht. Seit Beginn des Schuljahres habe ich daher eine alternative Lösung gewählt: Ich erfasse sämtliche für die Schulverwaltung und die Förderung relevanten Daten in einer eigenen, offline betriebenen Datenbank.

Zum maßgeblichen Förderstichtag stelle ich dem MKM diese Daten vollständig und ungeschwärzt in Papierform zur Verfügung. Dazu übermittle ich die entsprechenden Unterlagen mittels eingeschriebenem Brief an das MKM. Die Daten sind damit vorhanden und können für die weitere Bearbeitung des Förderantrages sowie für die Berechnung und Abwicklung der Förderleistungen gegenüber dem Schulerhalter verwendet werden.

Ich verweigere somit keineswegs die Bereitstellung der erforderlichen Daten. Ich verweigere vielmehr, meine Arbeitszeit und die personellen Ressourcen der Musikschule weiterhin für ein System einzusetzen, dessen Funktionsfähigkeit das MKM selbst infrage stellt.

Sollte das MKM auf einer zusätzlichen Eingabe dieser Daten in ARTus bestehen, sehe ich dafür drei mögliche Lösungen:

1. Das MKM übernimmt die Arbeit selbst.
Das MKM stellt eine eigene Mitarbeiterin oder einen eigenen Mitarbeiter zur Verfügung, die bzw. der meine vollständig übermittelten Daten in ARTus erfasst.

2. Das MKM finanziert den zusätzlichen Aufwand.
Das MKM übernimmt gegenüber dem Schulerhalter die dafür erforderlichen Personalkosten einschließlich der notwendigen Einschulung des betreffenden Mitarbeiters.

3. Die politisch Verantwortlichen übernehmen die Arbeit, die sie vorgeben.
Jene Personen, die diese Form der Verwaltungsabwicklung politisch und organisatorisch beschlossen haben, können die erforderlichen Eingaben selbst durchführen – oder die dafür entstehenden Kosten aus den dafür verantworteten Budgets finanzieren.

Persönlich bevorzuge ich die dritte Lösung. Wer ein System vorgibt und dessen Verwendung verlangt, sollte auch bereit sein, die praktischen Konsequenzen der eigenen Entscheidung zu tragen. Es kann nicht ernsthaft erwartet werden, dass die Musikschulen sämtliche zusätzlichen Belastungen kostenlos auffangen, nur weil eine vorgegebene Software die notwendigen Verwaltungsabläufe nicht zuverlässig abbildet.

Darüber hinaus stellt sich für mich eine grundsätzliche Frage: Dient ARTus heute noch in erster Linie der effizienten Schulverwaltung – oder zunehmend der lückenlosen Erfassung und Kontrolle der Arbeitsleistung von Musikschulleitungen, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern in Niederösterreich?

Wenn ein erheblicher Teil der administrativen Arbeit darin besteht, Daten für ein vorgegebenes System aufzubereiten, einzugeben, zu kontrollieren und gegebenenfalls mehrfach zu korrigieren, muss die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen und dem Verhältnis zwischen Verwaltungsaufwand und Verwaltungszweck erlaubt sein.

Und wenn die Tätigkeit der Musikschulen und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer umfassender digital erfasst und kontrolliert werden soll, stellt sich umso mehr die Frage nach Transparenz und Verantwortlichkeit aufseiten jener, die solche Systeme vorgeben und deren Einsatz verlangen. Gibt es eigentlich auch ein vergleichbares System, das die Entscheidungen, den Aufwand und die Verantwortlichkeit der dahinterstehenden Verwaltungsstrukturen und politischen Entscheidungsträger nachvollziehbar macht?

Eine funktionierende Schulverwaltung muss nicht zwangsläufig von einer komplexen Online-Plattform abhängig sein. Schnelle, zweckmäßige Offline-Datenbanken konnten und können Verwaltungsaufgaben zuverlässig erledigen. Digitalisierung sollte die Arbeit erleichtern, Abläufe vereinfachen und Ressourcen sparen – nicht zusätzliche Bürokratie erzeugen und die Verantwortung für technische und organisatorische Mängel auf die Schulen abwälzen.

Zusammenfassend halte ich daher fest:

Ich werde weiterhin sämtliche für die Förderung unserer Musikschule relevanten Daten vollständig und fristgerecht zur Verfügung stellen. Die Datenübermittlung erfolgt jedoch über meine eigene Offline-Datenbank und in Form einer postalischen Übermittlung an das MKM – nicht über ARTus.

Sollte das MKM darüber hinaus eine Eingabe in ARTus verlangen, erwarte ich eine entsprechende personelle oder finanzielle Lösung. Die Verantwortung für die gewählte Verwaltungsstruktur liegt bei jenen, die sie vorgeben. Sie kann nicht ohne Weiteres auf die Musikschulen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übertragen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Dir. Andreas Gallauner

ANHANG: Schreiben ARTus NÖ als pdf-Datei:
https://infonetzwerk.oberwalder.info/wp-content/uploads/2026/10/ARTusNOe.pdf


P.S. des Infonetzwerks:
Weitere Neuigkeiten aus der MKM NÖ GmbH:

Seit dem Schuljahr 2026/2027 gibt es anstelle von 20 Musikschulregionen (wieder) nur mehr 6 Musik- und Kunstschulregionen …
Die neuen Regionssprecherinnen und Regionssprecher:

  • NÖ Mostviertel:
    Johann Grabner
    (Stellvertreter Ewald Huber, Hubert Kerschbaumer)
  • NÖ Mitte:
    Lukas Schönsgiebl, Anna Thallauer
    (Stellvertreter: Rudolf Ringer, Matthias Schwetz)
  • NÖ Ost:
    Alexandra Schoppelt
    (Stellvertreter: Serafia Myriknopoulou, Clemens Schmidt)
  • NÖ Süd:
    Werner Groß
    (Stellvertreter: Martina Ungersböck, Johann Ratschan)
  • NÖ Waldviertel:
    Maria Franziska Rupf
    (Stellvertreter: Alexander Kastner, Harald Schuh)
  • NÖ Weinviertel:
    Norbert Suchy
    (Stellvertreter: Petra Löw, Gerhard Forman)

https://www.mkmnoe.at/aktuelles/news/detail/das-sind-die-neuen-regionssprecherinnen-und-regionssprecher-der-neuen-noe-musik-und-kunstschulregionen

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Infonetzwerk NÖ Musikschullehrer/innen
www.noe-musikschulinfo.net
noe-mslehrer@gmx.at

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